quälen sich wöchentlich tausende Fitnesswütige durch diverse Aerobicsäle. Sei es, um die Figur in Form zu halten oder durch die Gruppendynamik bestens motiviert zu werden. Gleichzeitig verbessert diese beliebte Trainingsform die Beweglichkeit und Koordination.
Eine neue Trainingsform entwickelt sich
Als sich der Militärarzt Dr. Kenneth H. Cooper 1972 mit Versuchen zur Wirkung von Ausdauertraining auf Herz und Kreislauf beschäftigte, ahnte noch niemand von dem Boom, den er später damit auslösen würde. Im Jahre 1976 veröffentlichte er ein Buch über seine Ergebnisse mit dem Titel "Aerobics". Darin beschrieb Dr. Cooper das Training im aeroben Bereich - also mit ausreichender Sauerstoffversorgung des Trainierenden. Damit brachte er einige amerikanische Trainerinnen und Trainer wie z.B. Jackie Soerensen oder Judy Sheppard auf die Idee, Ausdauertraining in ihre Gymnastikprogramme aufzunehmen.
Den eigentlichen Boom löste in weiterer Folge die Schauspielerin Jane Fonda - mit ihrer Lehrerin Leni Cazden - aus. Sie eröffnete in den Jahren 1982 und 1983 in San Fransisco zwei Studios und nannte ihre Gymnastik "Aerobic". In Europa waren es Namen wie Sydney Rome,
Charles Marquis oder Günter Pölzer, die den Boom in den Jahren 1984 bis 1987 weiterführten. Auch in den Medien wurde Aerobic zu einem heiß diskutierten Thema. In vielen Sportstudios wurden Räume frei gemacht, um Aerobic-Kurse anzubieten. Eine modisch gekleidete Aerobictrainerin trug damals "Leg warmers" aus dem Ballett sowie Stirn- und Schweißbänder für die Handgelenke zum traditionellen schwarzen Gymnastikanzug.
Aerobic schaffte etwas, was vorher noch nie gelungen war: Auch Frauen waren ab nun gern gesehene Kundinnen in den Fitnesscentern. In den Betrieben wurde mehr darauf geachtet, dem neuen Klientel auch optisch zu gefallen. Rückblickend gesehen hat Aerobic also die gesamte Fitnessbranche umgekrempelt, indem es Frauen in die Studios brachte.
Aerobic heute - Tipps für Aerobickurse
Nachdem Verletzungen bekannt wurden, tauchten die ersten Kritiker auf. Daraufhin reduzierte sich das Interesse - der Boom war vorbei und Aerobic wurde zu Grabe getragen. Doch siehe da, dieses Gruppentraining erlebte einen zweiten Aufschwung.
Zu Beginn der Neunziger präsentierte sich Aerobic besser, gesünder und mit mehr Organisation. Grund dafür waren Ausbildungen mit einem medizinischen und sportwissenschaftlichen Background. Man hatte nicht nur die Übungen auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch die Programme bzw. Musik perfektioniert. 1988 wurden in San Diego die ersten Weltmeisterschaften durchgeführt, worauf sich nationale und internationale Verbände gründeten.
Heutige Aerobicprogramme sind durch Vielfalt und Individualität geprägt. Nahezu alle Studios und Institute bieten abwechslungsreiche Trainingseinheiten für Anfänger und Fortgeschrittene an. Liebhaber von ruhigeren Einheiten bevorzugen Pilates, Qi Gong, Stretching oder Yoga - während sich schweißhungrige Teilnehmer bei Tae Bo, Kickboxen oder Fatburner so richtig auspowern können.
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