Das Zauberwort der Internet-Zukunft heißt VDSL - und bis Ende des Jahres sollen die ersten deutschen Städte flächendeckend mit dem innovativen Highspeed-Zugang ausgerüstet werden. VDSL ist sechs Mal schneller als der flotteste DSL-Zugang, den es derzeit auf dem Markt gibt, und verwandelt den Computer mit spielerischer Leichtigkeit in einen multimedialen Vergnügungstempel. Beim Surfen im Netz macht sich das rasante VDSL im Vergleich zu DSL kaum bemerkbar. In punkto Fernsehen aber erschließt es ganz neue Möglichkeiten.
Online kleine Filmchen herunterladen und am Computer anschauen - das ist heute auch mit einem üblichen DSL-Zugang eine Selbstverständlichkeit geworden. Ihren Fernsehzugang aber speisen die meisten Bürger noch traditionell mit einer Satellitenschüssel auf dem Dach oder einem Kabelanschluss. Diese beiden Methoden erhalten durch VDSL flotte Konkurrenz: Der bislang nur von der Telekom angebotene Internetzugang beruht auf einer speziellen Glasfaserkabeltechnik, die einen Umbau der Standard-Kabelschränke erfordert und deshalb nur Schritt für Schritt in deutschen Landen verwirklicht werden kann.
Bei VDSL rauschen die Daten mit satten 50 MBit pro Sekunde durch die Leitungen - und das eröffnet den Anbietern und Kunden ein Meer voller ungeahnter Nutzungsvarianten. Das Internet-Protokoll des VDSL-Zugangs nämlich kann auch für einen zuverlässigen und störungsfreien Empfang von Fernsehsendern genutzt werden.
Ein spezieller Receiver mit mehreren digitalen Ports verbindet Fernsehapparat und Internetmodul, so dass die Lieblingssendungen bequem im Wohnzimmer genossen werden
können, während die Fernsehdaten durch die Internet-Glasfaserkabel in die Bildröhre jagen. Die Qualität ist hoch: Wer ein VDSL-Paket bucht, darf sich monatlich auf eine vom Anbieter zusammengestellte Auswahl von aktuellen Filmen, Serien und Sendungen in der allseits gelobten, kristallklaren High-Definition-Auflösung freuen.
Außerdem impliziert das VDSL-Angebot einen digitalen Videorekorder mit großzügigem Speicherplatz und einem zeitversetztem Aufnahmemodus, so dass die Filme auf Wunsch direkt am Sendetag ohne lästige Werbeblöcke angeschaut werden können. Mit den beliebtesten und wichtigsten Sendern der deutschen TV-Landschaft soll die Telekom bereits verbindliche Kooperationen besiegelt haben - darunter befinden sich die Fernsehgiganten ARD, Pro Sieben und Sat1, aber auch Spartensender wie Arte und Eurosport. Im Moment bewegt sich das Angebot im gehobenen Mittelfeld zwischen Satellitenfernsehen und Kabel: Um die 100 Sender haben signalisiert, in die VDSL-Technik einzusteigen.
Gleichzeitig fungiert der VDSL-Zugang als persönliche Videothek. Zusätzlich zu dem üblichen Fernsehangebot können die User online Filme buchen; 700 Streifen vom Liebesfilm bis hin zum Action-Movie stehen derzeit bereit und sollen weiter aufgestockt werden. Auch an die Fußball-Fetischisten wurde gedacht: Bis zu drei Bundesliga-Spiele pro Spieltag können mittels eines Zusatzmoduls ebenfalls nach Hause geholt werden.
Die derzeitigen Kosten für einen VDSL-TV-Zugang inklusive Internet, Videorekorder, digitaler Programmzeitschrift und HD-Auswahl fangen je nach Paketschnürung bei knapp 70 Euro pro Monat an; allerdings müssen einmalig um die 100 Euro für die technische Ausrüstung investiert werden. VDSL soll bis Ende 2007 in 25 deutschen Städten verfügbar sein - dazu gehören Ballungszentren wie Karlsruhe, Ludwigshafen, Dortmund, Duisburg und Essen.
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