Nach zwei Jahren: Wie sich Cannabis als Medikament entwickelt hat

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Vor rund zwei Jahren wurde es Patienten in Deutschland ermöglicht, sich von ihrem Arzt Cannabis verschreiben zu lassen. Spannend ist es nun, wie gut die Neuerung angenommen wurde. Dabei zeigt sich eine stark steigende Nachfrage, die auch Unternehmen aus dem Ausland bedienen wollen.

Rund 95.000 Rezepte in 2018

Das Geschäft mit medizinischem Cannabis scheint gut zu laufen. In 2018 reichten Apothekenkunden circa 95.000 Rezepte ein und erhielten etwa 145.000 Einheiten von Zubereitungen, in denen Cannabis enthalten war. Wie stark die Steigerung ausfällt, zeigt sich im Vergleich mit 2017. Hier wurden zwischen März und Dezember gerade einmal 44.000 Einheiten herausgegeben. Es scheint also, als sei die Stellung medizinischer Cannabispräparate mehr als nur solide. Nicht berücksichtigt sind hier Privatrezepte, was auf eine höhere Dunkelziffer schließen lässt. Lesen Sie auch: Medikamente einfach online bestellen

Die Wirkung von medizinischem Cannabis

Konkrete Belege für die Wirksamkeit von Cannabis-Präparaten gibt es nicht in jedem Fall. Einige Patienten erhoffen sich jedoch Linderung ihrer Beschwerden beispielsweise bei Multipler Sklerose oder chronischen Schmerzerkrankungen. Wie Cannabis als Begleitmedikament bei Chemotherapien oder dem Tourette-Syndrom wirkt, bleibt jedoch unklar. Da die Produktion von Cannabis in Deutschland der Nachfrage nur schwerlich gerecht werden kann, nutzen Unternehmen aus Kanada und den Niederlanden die Gunst der Stunde und exportieren Cannabis. Auch aus Israel soll das noch wenig erforschte Medikament bald kommen.