USA: Darmkrebs bei jüngeren Menschen auf dem Vormarsch

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Darmkrebs kann Menschen theoretisch in jedem Lebensalter treffen. Wie bei vielen Krebserkrankungen jedoch kommt auch diese bislang vermehrt bei älteren Menschen über fünfzig Jahren vor. Dies allerdings scheint sich allmählich zu verlagern. In den USA haben Forscher nun herausgefunden, dass immer mehr Patienten unter fünfzig Jahren von Darmkrebs betroffen sind.

Viele Fälle und leichte Steigerung

Eine riesige Menge Daten der National Cancer Database werteten Forscher an der University of Texas aus, um die Häufigkeit von Darmkrebs und das Lebensalter Betroffener näher zu untersuchen. Zwischen 2004 und 2015 erkrankten rund 130.165 Menschen unter fünfzig Jahren an Darmkrebs. In der Altersgruppe der über Fünfzigjährigen verzeichneten die Wissenschaftler mehr als eine Million Fälle. Sie kamen zu dem Schluss, dass in 2015 rund 12,2 Prozent der Darmkrebserkrankungen auf unter Fünfzigjährige entfielen. 2004 waren es noch zehn Prozent.

Mögliche Gründe für die Entwicklung

Warum jüngere Menschen häufiger an Darmkrebs leiden, bleibt unklar. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass Übergewicht eine Rolle spielen könnte. Mangelhafte Ernährung und eine zu geringe Aufnahme von Ballaststoffen können nicht nur das Gewicht in die Höhe treiben, sondern auch Darmkrebs begünstigen. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Darmpassage verlangsamt und möglicherweise karzinogene Stoffe länger in Kontakt mit der Darmschleimhaut bleiben. Ebenfalls eine Rolle spielen könnte ein erst kürzlich entdecktes Virus in Kuhmilch, das sich schon im Kindesalter ansiedeln und chronische Entzündungen begünstigen kann.
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