Pille für den Mann: Weiteres Präparat getestet

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Bei der hormonellen Empfängnisverhütung gilt nach wie vor die Frau als hauptverantwortlich. Sie ist es schließlich, die täglich die Pille nehmen und ihren Hormonhaushalt somit steuern muss, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Ob schon bald eine Pille für den Mann auf den Markt kommen könnte, fragen sich daher viele. Nun wurde ein neuer Wirkstoff genauer untersucht.

Wie das neue Mittel wirkt

Bei der am Los Angeles Biomed Research Institute getesteten Substanz handelt es sich mit 11-β-Methyl-19-Nortestosteron Dodecylcarbonat um einen namentlich etwas komplizierten Vertreter. Im männlichen Körper unterdrückt der Wirkstoff die Produktion von Spermien, soll die Libido jedoch nicht negativ beeinflussen. Vierzig Männer nahmen das Präparat in einer rund 28-tägigen Testphase ein. Heftige Nebenwirkungen blieben aus, manche Männer aber berichteten von Kopfschmerzen, Hautunreinheiten oder Libidoveränderungen.

Noch nicht reif für den Markt

Dass die Pille für den Mann keine schweren Nebenwirkungen verursacht hat, genügt nicht, um sie als marktreif zu bezeichnen. So entfaltet der Wirkstoff erst nach rund sechzig bis neunzig Tagen seine erwünschte Wirkung, weswegen dieser initiale Test deutlich zu kurz ausfiel. Genauer evaluiert werden sollen Wirksamkeit und Verträglichkeit in weiteren Studien, bei denen auch die Dauer der Wirkungsweise des Inhaltstoffes gerecht werden soll.
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