Psychische Belastung: Immer mehr Fehlzeiten im Job

Zeitung zum Thema Gesundheit
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Wegen einer einfachen Erkältung, eines Magen-Darm-Infektes oder auch Migräne fallen deutsche Arbeitnehmer während eines Jahres gelegentlich auf der Arbeit aus. Körperliche Ursachen allerdings sind nicht die einzigen Gründe für Fehlzeiten. Wie eine Langzeitauswertung der DAK Gesundheit zeigt, haben sich die Fehltage aufgrund psychischer Probleme deutlich erhöht.

Viele Fehltage aufgrund psychischer Leiden

Den gesamten Zeitraum zwischen 1997 und 2017 hatten sich die Verantwortlichen bei der Erstellung des „Psychoreport 2019“ genau betrachtet. Hier wurde schnell deutlich: Seit Ende der Neunziger werden stetig mehr Arbeitnehmer aufgrund psychischer Probleme krankgeschrieben. Waren es 0,7 Krankheitstage je Arbeitnehmer in 1997, stieg die Anzahl in 2017 auf ganze 2,5 Tage. Auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern stellten die Auswertenden fest. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Unternehmen müssen umdenken

Experten führen diese Entwicklung unter anderem darauf zurück, dass psychische Erkrankungen heute nicht mehr tabuisiert werden. Da sich eine Akzeptanz eingestellt hat und sich niemand mehr für Depressionen und Co. schämen muss, habe sich auch die Bereitschaft der Ärzte, seelische Ursachen in ihre Diagnostik einzubeziehen, verbessert. Dennoch spielt Stress im beruflichen Umfeld eine nicht zu vernachlässigende Ursache für psychische Probleme dar. Moderne Unternehmen setzen daher bewusst auf Ausgleichsangebote und Weiterbildung im Bereich des Stressmanagements und der Prophylaxe.