Werden internationale Größen aus Film und Fernsehen nach ihren Figurgeheimnissen befragt, lautet die Antwort in fast allen Fällen: Pilates! Der jeweilige Wahrheitsgehalt dieser Aussage sei hier einmal dahingestellt, aber irgendeine Bewandtnis muss es ja haben mit diesem vermeintlichen Wundertraining. Schauen wir es uns einmal genauer an, das vielzitierte Pilates-Training.
Ein Trainingskonzept für Tänzer und Sportler - die Anfänge
Der Vater des Pilates war Joseph Pilates, 1880 geboren in Mönchengladbach. Der schwache und kränkliche Junge begann schon früh, seine Konstitution per Turnen, Skifahren, Tauchen und Bodybuilding zu verbessern. Später sammelte er Erfahrungen mit Yoga und entwickelte schließlich aus all den ihm bekannten Komponenten ein ganz eigenes Trainingsprinzip. Er selbst nannte es "Contrology", denn in erster Linie ging es ihm um den sehr kontrollierten und konzentrierten Bewegungsablauf. Körperliche Fitness, Stressabbau und die Optimierung des eigenen Körpergefühls waren sein Ziel, und schon bald fanden sich zahlreiche Sportler, Tänzer und Schauspieler unter seinen Schülern. Trainiert wurde ohne Spiegel und Musik, und die von Pilates entwickelten Mattenübungen wurden schnell unter seinem Namen populär.
Pilates Übungen
Ganz maßgeblich für den Trainingserfolg ist ein ruhiger, tiefer Atemfluss. Dieser will geübt sein, stellt sich jedoch bei ein wenig Konzentration nach einigen Minuten fast von selbst ein. Allerdings wird nicht in den Bauch, sondern in den seitlichen Brustkorb geatmet. Die Konzentration auf den eigenen Körper, die Wahrnehmung der Muskelreaktionen sollte ununterbrochen gehalten werden. Nur der stete geistige Kontakt mit den eigenen Körperteilen ermöglicht die korrekte Durchführung der Übungen. Größten Wert legte Pilates auf die Aktivierung des sogenannten "Powerhouse". Gemeint ist damit die mittige Körperregion um Bauch-, Gesäß- und untere Rückenmuskulatur. Die anhaltende Anspannung in diesem Bereich
trainiert die dortigen Muskelgruppen hinsichtlich ihrer Ausdauer und sorgt für eine starke, stabile Mitte. Koordination ist ebenfalls ein wesentlicher Trainingsaspekt, schließlich gilt es Atmung, Gliedmaßen, die Aktivierung des Powerhouse und Bewegung in Einklang zu bringen. Dies erfordert anfänglich sehr viel Aufmerksamkeit, wird jedoch honoriert mit einem ausgeprägten Gleichgewichts-, Anpassungs- und Reaktionssinn.
Das perfekte Training
Als optimal haben sich 2 bis 3 Trainingseinheiten pro Woche von 20 bis 30 Minuten Dauer erwiesen. Die Muskulatur kommt bei diesem Rhythmus zu den benötigten Ruhephasen, und man kann die Trainingszeiten gut in den Wochenablauf integrieren. An einem ruhigen, ungestörten Ort in bequemer Kleidung steht einem guten Training nichts im Wege. Schuhe sind entbehrlich, unverzichtbar ist allerdings eine Matte oder eine vergleichbare Unterlage. Maßstab für Dauer und Intensität der Übungen sind die ganz persönlichen Leistungsgrenzen. Stellt sich anfänglich schon nach wenigen Minuten Erschöpfung ein, sollte man dies akzeptieren und nicht über seine Grenzen hinaus weiter üben. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird sich Stück für Stück steigern.
Sichtbare Erfolge
Neben dem psychischen Wohlbefinden zeichnen sich natürlich auch positive körperliche Veränderungen ab. Schon nach vier Wochen hat sich die Haltung deutlich verbessert, die Figur wirkt gestrafft. Pilates arbeitet nur mit dem eigenen Muskelgewicht, sie werden daher dehnbar und lang, nicht etwa kurz und voluminös. Regelmäßiges Training beschert über kurz oder lang einen schönen, geschmeidigen "Katzenkörper".
Progressive Muskelentspannung
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