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die bayrische Brotzeit

eine deftige bayrische Brotzeit
Foto: © matthias fährmann
Wenn Muttern beschließt, dass der Herd aus bleibt, muss das noch lange keine Hiobsbotschaft sein. Eine deftige Brotzeit mit bayerischem Charme gilt selbst unter Feinschmeckern als anerkannt köstliche Zwischen- oder Hauptmahlzeit mit Stil und ist nicht zwingend an einen sommerlichen Biergartenbesuch gebunden.

Mit wenigen Zutaten lässt sich ein klassischer Obatzda ganz frisch selbst herstellen; unverzichtbar für die Brotzeit ist zudem ein dunkles, herzhaftes Brot, Bratenaufschnitt, Gurken und Radieschen.

Belegte Brote haben den Ruf als notdürftige, fantasielose Zwischenmahlzeit - sie sind eben die einfachste Variante, den schnellen Hunger zu bekämpfen. Eine echte Brotzeit aber kann mit einem Käsebrötchen nicht mithalten. Eine Brotzeit will nicht nur hübsch angerichtet werden, sondern hält weitaus mehr Schmankerl bereit als nur Brotscheiben und Aufschnitt.

So kann die Brotzeit sogar ein warmes Abendessen ersetzen und angenehm satt machen.
Selbst Gäste können mit einer zünftigen Vesper überrascht werden, sofern diese mit erlesenen Schinkenvarianten und einem guten Bergkäse bereichert wird.

Traditionell wird die Brotzeit auf dicken Holztellern oder -brettern angerichtet. Das sieht schön rustikal aus und wird in Kombination mit rotweißen oder rotblauen Servietten - am besten kariert -, etwas Blumendekoration und wuchtigen Bierkrügen aus Steinzeug zu einem aparten Blickfang mit alpenländischem Flair.

Als Grundlage für die kalte Mahlzeit eignet sich am besten ein dunkles Holzofenbrot aus Natursauerteig, welches in nicht zu dünne Scheiben geschnitten wird. Lassen Sie den Laib ruhig auf dem Tisch stehen und reichen sie ein Messer dazu, so dass die Gäste sich selbst nachholen können.

Schinken, Aufschnitt und Käse sollten getrennt angerichtet werden, damit die Aromen sich nicht vermischen. Soll die Brotzeit einen mediterranen Touch erhalten, empfiehlt es sich, eine Mailänder Salami, etwas Parmaschinken und einige ausgewählte italienische Käsespezialitäten anzubieten, ergänzt mit Tomaten und einem fruchtigen Rotwein.

Die ursprüngliche bayerische Variante fällt allerdings etwas herber aus und sollte unbedingt mit einem Weißbier kombiniert werden. Wie die Radieschen, Bratenaufschnitt, Käse und Schinken gehört auch der Obatzda, ein Käseaufstrich, zur bayerischen Brotzeit.

Der Obatzda schmeckt am besten selbst gemacht - und das ist kein Kunststück: 200 Gramm vollreifen Camembert und 100 Gramm Butter mit einer Gabel zerdrücken und vermengen. Nun eine Zwiebel sehr fein würfeln, zusammen mit einem Teelöffel gemahlenem Kümmel und 100 Milliliter Bier zum Käsegemisch geben und mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken. Besonders hübsch sieht der Obatzda aus, wenn er mit Zwiebelringen und Schnittlauchröllchen verziert wird.

Aus der bayerischen Brotzeit ebenfalls nicht wegzudenken ist der Wurstsalat, der mit ein paar Tricks von seiner süddeutschen Schwere erlöst werden kann: Die Lyonerwurst in Würfelchen schneiden und mit kleinen, süßen Kirschtomaten, Radieschenscheiben, Mozzarellabällchen, angerösteten Pinienkernen und Gurkenscheibchen ergänzen und mit einem Dressing aus Balsamicoessig, etwas Chilisoße, Knoblauch und einem milden Olivenöl anmachen.


 
 
So essen wir morgen Neben dem Ziel, den Hunger zu beseitigen ist seit jeher Essen Ausdruck von Kultur und Kreativität, spiegelt unsere Persönlichkeit und unseren Status wieder. Früher galt die Theorie, dass man sich im 21. Jahrhundert hauptsächlich von Pillen ernährt.
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