Der Begriff Trennkost ist den meisten Menschen bekannt. Man trennt während einer Mahlzeit bestimmte Lebensmittel. So weit so gut. Doch was ist Trennkost genau? Welche Lebensmittel soll man denn trennen? Und wofür braucht man diese Trennkost überhaupt? Zum Abnehmen?
Abnehmen ist nur eine der von Trennkost Befürwortern genannten positiven Auswirkungen. Trennkost ist schließlich nicht generell für das Abnehmen gedacht. Es ist eine komplette Ernährungsform, die langfristig wirken soll und in erster Linie der Gesundheit dienen soll. Nichts desto trotz findet eine Vielzahl von Anhängern aufgrund ihres Übergewichtes den Weg zur Trennkost. Denn Trennkostkenner schwören darauf, dass bei dieser Ernährungsform die Kilos schwinden. Und das ohne Yo-Yo - Effekt.
Die Trennkost Diät
Möchte man sich mit Trennkost ernähren, darf man während einer Mahlzeit nur bestimmte Lebensmittel zu sich nehmen. Es dürfen niemals gleichzeitig proteinhaltige (also eiweißhaltige) Lebensmittel zusammen mit kohlehydrathaltigen Lebensmitteln innerhalb eines Essens zu sich genommen werden. Sie werden getrennt gegessen, zu unterschiedlichen Mahlzeiten. Daher der Begriff "Trennkost". Was an sich ganz einfach klingt, birgt einige Wissenslücken in sich.
Zum Mittag ein schönes Steak und danach zum Nachtisch eine Banane ist dann nicht mehr
möglich. Zwischen der Aufnahme der unterschiedlichen Lebensmittel sollten schon drei Stunden liegen. In der Trennkost wird zwischen drei Lebensmittelgruppen differenziert. Proteine, Neutrale Lebensmittel und Kohlehydrate. Zusammen dürfen immer nur neutrale Lebensmittel mit einer der anderen Gruppen verwendet werden, also entweder neutrale Lebensmittel mit Eiweißen in Kombination oder neutrale Lebensmittel zusammen mit Kohlehydraten. Das Schöne daran ist, davon darf man dann sogar so viel essen wie man möchte. Keiner muss hungern oder darf nur eine bestimmte Anzahl Kalorien zu sich nehmen. Solang die Bedingung erfüllt ist, dass die Nahrungsmittel der Mahlzeit nicht gleichzeitig Kohlehydrate und Eiweiße enthält. Dafür ist es jedoch notwendig, sich etwas näher mit der Ernährungslehre zu beschäftigen, um zu wissen, worin nun Eiweiße und worin Kohlehydrate enthalten sind und was in die Kategorie "Neutral" gehört. Dafür entwickelt, wurden Trennkosttabellen, die eine Hilfe im Alltag geben. Hier einige Beispiele für die jeweiligen Nahrungsmittelgruppen:
Eiweißhaltige Lebensmittel:
Eiklar, gegarter Fisch, gegartes Fleisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte mit einem Fettgehalt unter 60 %, Milch, die meisten Nüsse, Frischkäse, und viele Fruchtsorten
Neutrale Lebensmittel:
Pilze, Gemüse, Fette, Salat, Kaffee, Tee, Eigelb, Milchprodukte mit über 60 % Fettgehalt, rohes Fleisch, roher Fisch, Speck, Nüsse
Selbstverständlich enthalten einige Lebensmittel beide Nahrungsmittelgruppen, wie zum Beispiel die Kartoffel, dennoch liegt ihr Kohlehydratanteil deutlich über dem des Eiweißes. Daher die entsprechende Zuordnung.
Ein Großteil der Trennkostanhänger, die sich ernsthaft und konsequent mit Trennkost ernähren, berichtet von einer deutlichen Verbesserung ihres Wohlbefindens bei dieser Ernährungsform. Sodbrennen, Völlegefühl und Verstopfung sind vorbei. Dafür verantwortlich ist die Verdauung. Unserem Körper fällt es leichter, entweder Eiweiße oder Kohlehydrate zu verdauen. Werden sie getrennt gegessen, kommt der Stoffwechsel besser in Gang.
Entwickelt wurde das Trennkostprinzip ursprünglich von William Howard Hay Anfang des 20. Jahrhunderts und es kam wie so vieles aus den USA nach Deutschland. Heute wird es weltweit praktiziert. Doch nicht ohne Kritik.
Mediziner sehen diese Ernährungsform oft als problematisch an, denn die biochemischen Prozesse im menschlichen Körper seien komplexer, als damals vom Erfinder der Trennkost angenommen wurde. Die Gefahr von Mangelerscheinungen könnte zum Beispiel einsetzen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht die Trennkost kritisch. Nach Auffassung der Kritiker ist der menschliche Körper durchaus in der Lage, alle drei Nahrungsmittelgruppen gleichzeitig ohne Probleme zu verdauen.
Trotz der bekannten Bedenken ist Trennkost in aller Munde. Es gehört natürlich eine Menge Selbstdisziplin und Konsequenz dazu, aber es ist durchaus in den Alltag integrierbar. In Verbindung mit ausreichend Bewegung, also Spaziergehen, Radfahren und Sport solle es der Gesundheit dienen. Und durch die Vielfalt an Rezepten gäbe es auch keinen eintönigen Speiseplan. Essen bliebe ein Genuss: na dann Guten Appetit!
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