Ob Indoor-Klettern, Klettersteige, Sportklettern oder Bouldern: Wenn der Berg ruft, geht es nicht nur um den sportlichen, sondern auch um den symbolischen Akt. Es geht um das Gefühl, etwas zu erreichen - an die Spitze zu kommen - und zwar aus eigener Kraft. Immer mehr Menschen wagen sich in die Wand - egal ob in der Natur oder in der Kletterhalle - sei es aus sportlichem Ehrgeiz, oder einfach um die Natur hautnah und unverfälscht genießen zu können.
Indoor-Klettern
Allein in Deutschland und Österreich gibt es weit über 200 Kletterhallen, die mit sehr vielfältigen Kurs-Angeboten aufwarten: Von leichten Einsteiger-Routen - auch speziell für Kinder geeignet, bis hin zu sehr schwierigen Passagen für den Könner. Gerade für Anfänger sind die Hallen optimal, da sie nicht nach den richtigen Routen in der Natur suchen müssen, sondern vom Fachpersonal eingeschult bzw. beraten werden. Außerdem trainiert man wetterunabhängig und kann sich das jeweilige Equipment vor Ort ausleihen. Der Deutsche Alpenverein veranstaltet Kurse in allen Varianten - die Ausbildung und Prüfung wird von den 354 Sektionen, aber auch von Instituten und Schulen angeboten.
Klettersteige
Bei Klettersteigen handelt es sich um gesicherte Alpinrouten, die meist spektakulär, dank Drahtseil aber gut zu meistern sind. Die Vielfalt reicht von leichten Pfaden im steilen Gelände über kurze sportliche Touren bis hin zu hochalpinen Strecken. Während komplizierte Passagen bereits eine komplette Hochtourenausrüstung erfordern, sind befestigte Steige auch für normale Bergwanderer kein Problem. An heiklen Stellen gibt es meist zusätzlich Geländer oder
in der Wand verankerte Eisentritte. Aus diesem Grund sind Klettersteige auch als "Via ferrata" (Eisenweg) bekannt. Bei der Wahl der Routen sollte man seine Kondition und Technik realistisch einschätzen können und immer gemeinsam mit einem Bergführer unterwegs sein. Klettersteigsets kosten etwa 200 Euro - die restliche Ausrüstung richtet sich nach Anforderungen und Höhenlage der Tour.
Beim Sportklettern ist Fingerspitzengefühl gefragt
Sportklettern ist die am häufigsten praktizierte Form des Freikletterns und steht im Gegensatz zum klassischen alpinen Bergsteigen. Freeclimber dürfen nur natürliche Griffe benutzen - Seil und Haken dienen ausschließlich der Sicherung. Bei dieser Form des Kletterns sind die Routen in der Regel eher kurz (10 bis 50 Meter) und erstrecken sich oft nur über einen einzelnen Felsen. Um das Verletzungsrisiko bei Stürzen zu verringern und dem Kletterer größere technische Schwierigkeiten zu ermöglichen, sind die Routen meist mit fix angebrachten Haken in kurzen Abständen abgesichert. Mit leichtem Sportklettern kann praktisch jeder beginnen - erst in sehr schwierigen Steilwänden ist ein hoher Trainingsgrad erforderlich. Neben ausreichend Kraftreserven muss der Freeclimber den Felsen auch nach seiner Beschaffenheit richtig einschätzen (in der Fachsprache "lesen") können. Zur Ausrüstung gehören Kletterschuhe, ein Chalk-Bag mit Magnesium, ein 9,8 bis 11 Millimeter starkes und etwa 70 Meter langes Seil, ein Halbmastwurf-Karabiner, sowie ein Helm, der insbesondere für Einsteiger ratsam ist. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 250 Euro.
Bouldern - zwischen Technik und Taktik
Unter Bouldern (Boulder = Felsblock) versteht man das seilfreie Klettern in Absprunghöhe - höchstens drei Meter über dem Boden. Vor wenigen Jahren noch als reine Trainingsvariante bekannt, gehört Bouldern heute zu den spielerischsten Arten des Kletterns und hat sich inzwischen regelrecht zum Kult entwickelt. Ohne viel Aufwand, ohne Gefahr, aber trotzdem oftmals durchaus anspruchsvoll, ist diese Reinform ein tolles Training für jeden begeisterten Kletterer. Um für optimale Sicherheit zu sorgen, werden am Boden Matten - so genannte "Crash- Pads" - ausgelegt, oder ein Partner steht bereit, um den Fallenden abzufangen. Die Ausrüstung ist bereits mit Matten, Chalk-Bag mit Magnesium und Kletterschuhen komplett. Kosten auch hier etwa 250 Euro.
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