Es gibt wohl kaum einen Menschen, der noch nicht unter Rückenschmerzen zu leiden hatte. Manchmal reicht nur eine falsche Bewegung und schon ist es passiert.
Wenn die Beschwerden über einen längerfristigen Zeitraum anhalten und sich nicht bessern, handelt es sich möglicher Weise um einen Bandscheibenvorfall, medizinisch Diskusprolaps, genannt.
Die Bandscheibe dient als Puffer vor Stößen und liegt zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Der gallertartige Kern der Bandscheibe wird von einem Faserring zusammengehalten. Bei einem Bandscheibenvorfall verrutscht dieser Kern und tritt durch den Faserring. Teile der Bandscheibe können so in den Spinalnerven- oder Rückenmarkskanal austreten und drückt so auf die umliegenden Nerven.
Die meisten Bandscheibenvorfälle treten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, Vorfälle im Bereich der Halswirbelsäule kommen nicht so häufig vor. Besonders selten ist der Bandscheibenvorfall im Bereich der Brustwirbelsäule.
Der Diskusprolaps entsteht durch eine Schwäche des Bindegewebes des Faserrings der Bandscheibe und wird meistens durch plötzliche Drehbewegungen des Rumpfes oder durch zu schweres Heben ausgelöst. Vor allem Bewegungsmangel, Übergewicht und eine verkümmerte Rückenmuskulatur, gelten als Ursache für Schäden an der Bandscheibe.
Auch während der Schwangerschaft treten vermehrt Bandscheibenvorfälle auf. Durch die plötzliche Gewichtszunahme und die verlagerte Körperhaltung nach vorne wird die Wirbelsäule oftmals überstrapaziert. Hinzu kommt, dass die Hormonumstellung zu Wassereinlagerungen in der Bandscheibe führt und diese dadurch leichter in den Spinalkanal hinaus gedrückt wird.
Die Schmerzen, die sich durch einen Bandscheibenvorfall bemerkbar machen, äußern sich meist durch starke Schmerzen, die mit einem Kribbel- oder Taubheitsgefühl einhergehen. Die Schmerzen verlaufen über das Gesäß und enden im Bereich der Kniekehle. In besonders schweren Fällen können aber auch Lähmungserscheinungen und Harn- und Stuhlinkontinenz auftreten. Ob es sich "nur" um Rückenschmerzen oder um einen Diskusprolaps handelt, kann nur von einem Arzt anhand einer neurologischen Untersuchung festgestellt werden. Im Zweifelsfall erfolgt die Überweisung zu einem Radiologen, der eine Kernspin-Tomographie (MRT) oder eine Computer-Tomographie (CT) durchführen wird. Durch dieses Verfahren kann eine genaue Diagnose gestellt werden.
Bandscheibenvorfall Behandlung
Bandscheibenvorfälle, die ohne Lähmungserscheinungen und Blasenstörungen verlaufen, können konservativ, das heißt ohne Operation, behandelt werden. 90% aller Vorfälle verlaufen ohne Operation. Die konservative Therapie verläuft mittels Schonung, es sollte aber keine Bettruhe erfolgen. Die Schmerztherapie erfolgt in Kombination mittels Schmerzmittel und einem muskelentspannendem Medikament.
Gleichzeitig kann mit einer vorsichtigen Physiotherapie bei einem Krankengymnasten begonnen werden. Der Betroffenen unterzieht sich nach Abklingen der schlimmsten Schmerzen einer Rückenschulung, umso mittels bestimmter gymnastischer Übungen, seine Rückenmuskulatur zu stärken. Wichtig ist auch, dass die Bauchmuskulatur gestärkt wird, somit wird die Rückenmuskulatur nicht über beansprucht.
Um einem Bandscheibenvorfall zu verhindern, eignet sich besonders gut Ausdauersport.
Besonders Joggen, Wandern und Schwimmen sind geeignet für die Stärkung der Rückenmuskulatur. Auf eine gerade Körperhaltung sollte geachtet werden, so sollten zum Beispiel schwere Gegenstände mit geradem Rücken angehoben werden.
Beim Tragen von Einkaufstüten sollte darauf geachtet werden, dass beide Arme gleichmäßig beansprucht werden, damit keine schräge Körperhaltung entsteht.
Genauso wichtig ist die richtige Schlafposition, die durch die Anschaffung einer guten Matratze erreicht werden kann. Wer schon am Morgen mit Rückenbeschwerden erwacht, sollte sich Gedanken machen.
Erneute Bandscheibenvorfälle an der gleichen oder an einer anderen Bandscheibe sind natürlich immer möglich. Daher ist es wichtig, seinen Rücken regelmäßig zu trainieren, um auf Dauer beschwerdefrei zu bleiben.
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