Niedriger Blutdruck

Frau beim Blutdruck messen
Ab wann niedriger Blutdruck? - Foto: © WavebreakmediaMicro - stock.adobe.com

Erfahren Sie in diesem Artikel ab wann man von niedrigem Blutdruck spricht, welche Ursachen und Symptome Hypotonie haben kann und was man dagegen tun kann.

Hypotonie (Niedriger Blutdruck)

Ein niedriger Blutdruck, im medizinischen Fachterminus als arterieller Hypotonus bekannt, betrifft viele Menschen häufig ohne ihres Wissens, da es des Öfteren symptomlos bleibt. Da ein niedriger Blutdruck in den meisten Fällen langfristig keine negativen Folgen mit sich bringt, ist dieser unbedenklich und bedarf häufig keiner Behandlung. Laut der WHO liegt der Normwert unseres Blutdruckes bei 120/80 mmHg. Werte unterhalb von 105/65 mmHg bezeichnet die Fachgesellschaft als arteriellen Hypotonus.

Verschieden Formen des niedrigen Blutdrucks

Es werden zwischen der essentiellen, orthostatischen, neural mediierten und der schweren Hypotonie unterschieden.

Die essentielle Hypotonie, auch primäre Hypotonie genannt, ist auf keine Ursache zurückzuführen. Hier kommt es zu einem dauerhaft erniedrigten Blutdruck, der meist, aufgrund der Anpassung des Körpers an diesen Dauerzustand, keine Symptome verursacht und somit keiner Behandlung bedarf. Diese Form des niedrigen Blutdrucks betrifft vor allem junge Mädchen, Frauen und hagere, ältere Männer.

Die orthostatische Hypotonie kann bei Änderung der Körperhaltung auftreten, wie beispielsweise beim Aufsitzen oder -stehen aus einer liegenden Position. Es kommt hier zu einem Blutdruckabfall, wenn der Körper den Wechsel nicht ausreichend schnell kompensieren kann und das Blut in die untere Körperhälfte absackt. Dieser normalisiert sich innerhalb von Sekunden oder Minuten, kann aber kurzfristig zu Symptomen führen.

Die neural mediierte Hypotonie entsteht, wenn das Gehirn und das Herz nicht ausreichend miteinander arbeiten und betrifft vor allem Kinder und junge Erwachsene. Vor allem bei längerem Stehen oder im Rahmen von Aufregung oder beängstigenden Situationen kann diese Form der Hypotonie auftreten und Symptome verursachen. Normalerweise würde sich das Herz an wechselnde Bedingungen anpassen, um einen normalen Blutdruck aufrechtzuerhalten. Leidet man unter der neural mediierten Hypotonie, verursachen jedoch falsche Signale, dass der Blutdruck weiter absinkt und Symptome verstärkt.

Die schwere Hypotonie ist die schwerwiegendste und lebensbedrohlichste Form des Blutdruckabfalls, da es sehr schnell zu einem Blutdruckabfall kommt, den der Körper nicht ausreichend kompensieren kann. Hier kommt es also zu einem Versorgungsdefizit mit Sauerstoff und Nährstoffen von Gehirn, Nieren und anderen lebenswichtigen Organen, da diese Organe nicht ausreichend perfundiert werden können. Begünstigt werden kann dieser Zustand durch Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Zustände, die eine verminderte periphere Durchblutung gewährleisten (wie unter anderen bei Diabetes Mellitus), Flüssigkeitsmangel, Infektionen und Medikamente wie Blutdrucksenker, Antidepressiva, Parkinson-Medikamente und Sildenafil, auch als Viagra bekannt.

Symptome des niedrigen Blutdrucks

Häufig ruft der niedrige Blutdruck keine Symptome hervor und ist harmlos. Es kann jedoch bei Auftreten von Symptomen zu Schwindel, Schwarzwerden vor Augen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsmangel kommen. Zudem können Ohrensausen, Blässe, Zittern, Übelkeit, Herzrasen und Kollapsneigung vorkommen.

Wichtig ist, bei bestehenden Symptomen einen Arzt aufzusuchen, der eine mögliche Ursache suchen und eine genaue Zuordnung verrichten kann. Zur Basisdiagnostik gehören neben einer Blutdruckmessung die Langzeitblutdruckmessung, das EKG und die Untersuchung verschiedener Kreislauffunktionen. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass eine andere Ursache hinter der Hypotonie steckt, werden zusätzlich entsprechende Untersuchungen wie beispielsweise Labortests, Ultraschall, Herzultraschall, Echokardiographie oder Röntgen Thorax durchgeführt.

Behandlung eines niedrigen Blutdrucks

Je nach Ursache des niedrigen Blutdrucks und dessen Schweregrad können sich verschiedene Therapieansätze abzeichnen. Das Ziel sollte allen voran eine Normalisierung des Blutdrucks, die Linderung der Symptome sowie die Prävention sein.

Was tun bei niedrigem Blutdruck?

Betroffene können selbst Verhaltensmaßnahmen ausüben, um einem niedrigen Blutdruck vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken. So sind Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung mit erhöhtem Salzgehalt, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2,5 bis 3 Liter), wenig Alkohol und Massagen zum Herzen hin hilfreich. Zudem sollte man Situationen die den Blutdruck senken, wie Übermüdung und Überlastung, rasches Aufstehen nach längerem Sitzen, Aufregung, Stress und das Sitzen mit überkreuzten Beinen vermeiden. Erst, wenn mit den Lebensstil- und Verhaltensregeln keine Besserung erreicht werden kann, kann mit dem behandelnden Arzt über eine medikamentöse Therapie gesprochen werden.
Text: R. M. (Ärztin) / Alle Angaben ohne Gewähr! / Stand: 10.09.2019

Bitte beachten Sie, dass dies nur allgemeine Infos sind. Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!

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