Blutdruck - Was ist das?

Herz und Blutdruckmessgerät
Was ist eigentlich Blutdruck? - Foto: © Henrik Dolle - stock.adobe.com

Erfahren Sie in diesem Artikel was Blutdruck ist, wie er entsteht und was die Normalwerte sind.

Der Blutdruck - die Regulationsmaschinerie unseres Kreislaufes

Unser Blutdruck ist ein weitverbreitetes Thema, das in aller Munde ist, gerade im Rahmen des Älterwerdens finden sich viele von uns mit dem Thema eines erhöhten Blutdrucks konfrontiert. Doch was sich genau hinter diesem ausgeklügelten System des Kreislaufes verbirgt und wofür es eigentlich gut ist, bleibt vielen von uns verborgen.

Warum der Blutdruck für uns unabdingbar und lebensnotwendig ist

Der Blutdruck ist Teil eines Kreislaufsystems, welches als Transportsystem unseres Blutes dient und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung wichtiger Organe bzw. des gesamten Körpers und dessen Durchblutung ermöglicht. Damit das Blut durch unseren Kreislauf an die richtigen Orte gelangen kann, bedarf es den entsprechenden Druck. Dafür sorgen das rhythmisch pumpende Herz und der Widerstand der Blutgefäße.

Der Blutdruck wird je nach Bedarf durch den Körper automatisch reguliert und passt sich somit von selbst an wechselnde Bedingungen an. Schwankungen sind insofern normal. An der Regulierung des Blutdruckes sind neben dem Herzen und den Blutgefäßen ebenfalls das Gehirn und dessen vegetatives Nervensystem, sowie die Nieren und Nebennieren beteiligt. Im Tagesverlauf kommt es physiologischerweise zu einem morgendlich erhöhten Blutdruck, der gegen Mittag etwas absinkt, um nachmittags und abends erneut anzusteigen. In der Nacht, während des Schlafes, erreicht er seinen Tiefpunkt. Körperliche und psychische Belastungen sorgen für vorübergehende Blutdrucksteigerungen. Zu diesen Belastungen zählen unter anderem sportliche Aktivitäten oder andere körperliche Anstrengungen, Aufregung, Angst und Stress.
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Bei körperlicher Aktivität benötigt die Muskulatur mehr Energie, die in den Zellen jedoch nur durch die Verarbeitung von Sauerstoff produziert werden kann. Dieser Sauerstoff wird den Zellen über die roten Blutkörperchen, welche in den Blutgefäßen durch den Körper fließen, bereitgestellt. Somit ist es nachvollziehbar, dass bei körperlicher Belastung der Blutdruck zeitweise ansteigt, um ein höheres Angebot an Sauerstoff zu ermöglichen. Bei Entspannung normalisiert der Blutdruck sich rasch wieder. Für eine ausreichende Organdurchblutung ist ein gut funktionierendes Kreislaufsystem unabdingbar. Kommt es jedoch aufgrund verschiedener Einflussfaktoren zu einem dauerhaft erhöhten Blutdruck, kann dies uns mit den Jahren zum Verhängnis werden.
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Der Blutdruck, der sich aus dem systolischen und den diastolischen Blutdruckwert zusammensetzt, ermöglicht den Transport von unserem Blut im Körper und erfüllt somit eine lebenswichtige Funktion. Unser Kreislauf besteht aus einem Hoch- (den Arterien) und einem Niederdrucksystem (den Venen). Die Funktion des Hochdrucksystems ist die Erzeugung, Speicherung und Fortleitung des sauerstoff- und nährstoffreichen Blutes zur Sicherung der Organversorgung, während das Niederdrucksystem für die Volumenspeicherung und den Stoffaustausch zuständig ist.

Wie entsteht nun jedoch der Blutdruck?

Bekanntlich ist das Herz ein starker Muskel unseres Körpers, der selbstständig und rhythmisch arbeitet. In klar vorgegebenen Abständen kommt es bei einem gesunden Herzen abwechselnd zu einer Anspannungs- und einer Entspannungsphase. In der Phase der Anspannung, der sogenannten Systole, wirft der Herzmuskel ein bestimmtes Blutvolumen in die herznahen Gefäße aus. Dies passiert mit einem gewissen Druck, der durch die Kontraktion des Herzmuskels und dem Widerstand der herznahen Gefäße bedingt ist. Dies ist der uns bekannte systolische Blutdruckwert. Die herznahen Gefäße haben eine elastische Gefäßwand, sodass diese mittels Dehnung für eine kurze Zeit ein gewisses Blutvolumen speichern können. In der Entspannungsphase des Herzens, der Diastole, ziehen sich die elastischen Fasern der Gefäße zusammen, wodurch das gespeicherte Blut in den Körper weitertransportiert werden kann. Diese Funktion nennt man auch die Windkesselfunktion. Der Weitertransport geschieht mit einem niedrigeren Druck, dem uns bekannten diastolischen Blutdruckwert. Diese Windkesselfunktion der herznahen Gefäße dient dazu, einen gleichmäßigen Blutfluss zu ermöglichen und somit ein Versorgungsdefizit zu vermeiden.

Was sind die Normalwerte für den Blutdruck?

So setzt sich also der uns bekannte zweiteilige Blutdruckwert zusammen. Die medizinische Fachgesellschaft empfiehlt einen Blutdruck mit einem systolischen Optimalwert um die 120 mmHg und einem diastolischen Optimalwert um die 85 mmHg, wobei sich diese Empfehlung mit dem Alter in den Bereich der höheren Werte verschiebt. Bis zu einem systolischen Wert von 139 mmHg und einem diastolischen Wert von 89 mmHg spricht man weiterhin von einem hochnormalen Blutdruck. Dauerhaft erhöhte Werte über diesen Grenzwerten, bezeichnen die Ärzte als Bluthochdruck, in der medizinischen Fachsprache "Hypertonus" genannt. Dieser Hypertonus kann in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt werden und kann mit der Zeit die Blutgefäße schädigen und das Risiko für Folgeerkrankungen wie unter anderem Schlaganfälle oder Herzinfarkte erhöhen. Systolische Blutdruckwerte unter 100 mmHg und diastolische Werte unter 60 mmHg werden in der medizinischen Fachsprache als "Hypotonus" bezeichnet.
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Blutdruckwerte für Kinder

Bei Kindern steigt der Blutdruck nicht nur mit dem Alter, sondern ist auch abhängig von der Körpergröße und dem Geschlecht. So liegen die Normwerte eines Neugeborenen bei ca. 60/35 mmHg, bei einem einjährigen Kind bei ca. 85/40 mmHg und bei einem Zwölfjährigen bei ca. 105/62 mmHg. Nach dem 16. Lebensjahr gelten die Normwerte für Erwachsene. Bereits im Kindesalter wird es heutzutage immer wichtiger gelegentlich den Blutdruck zu kontrollieren, um einen eventuellen Bluthochdruck nicht zu übersehen. Dies ist auf den steigenden Salzkonsum durch den Verzehr von Fast Food und vermehrtem Bewegungsmangel zurückzuführen.
Text: R. M. (Ärztin) / Alle Angaben ohne Gewähr! / Stand: 31.05.2019

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