Hoher Blutdruck

Blutdruckmessgerät zeigt hohen Blutdruck
Ab wann hoher Blutdruck? - Foto: © blue_moon_images - stock.adobe.com

Erfahren Sie in diesem Artikel ab wann man von hohem Blutdruck spricht, welche Ursachen und Symptome Bluthochdruck haben kann und welche Werte für einen zu hohen Blutdruck sprechen.

Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)

Arterielle Hypertonie, im Volksmunde als Bluthochdruck bekannt, ist eine der häufigsten medizinischen Leiden unserer heutigen Welt. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts hat in Deutschland jeder dritte Erwachsene einen erhöhten Blutdruck.

Gerade im Alter leiden viele Menschen unter einem dauerhaft erhöhten Blutdruck, ohne merklich dadurch beeinflusst zu sein, da er häufig lange asymptomatisch verläuft. Infolgedessen kann er unbehandelt jahrelang Schaden anrichten, mit der Folge, dass er zu einer Gefäßbelastung und im schlimmsten Fall zu Folgeerkrankungen wie Schlaganfällen und Herzinfarkten führt. Da der erhöhte Blutdruck häufig auf einen gewissen Lebensstil zurückzuführen ist, sollte dieser veränderbare Risikofaktor der erste Ansatzpunkt der Therapie sein. Erschwerend für eine adäquate Behandlung ist die niedrige Compliance der Patienten aufgrund des jahrelangen asymptomatischen Verlaufes. So stellen die Patienten sich oft erst beim Arzt vor, wenn die ersten Folgeerkrankungen bereits eingetroffen sind.

Bluthochdruck Werte - Empfehlungen der Fachgesellschaft

Der laut der Fachgesellschaft empfohlene Optimalwert für den Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg und ist bis zu einem Wert von 139/89 mmHg als hochnormal zu werten. Erst ab Werten von 140/90 mmHg spricht man in der Fachgesellschaft von einer arteriellen Hypertonie. Dieser Grenzwert beschreibt die Bedeutung von einem hohen Blutdruck für die Gesundheit jedoch nur teilweise, da auch Werte unterhalb dieses Grenzwerts das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen können. Wenn der Blutdruck zwischen dem Optimalwert und dem Hypertoniegrenzwert liegt, wird er meist nicht medikamentös behandelt, ist jedoch nicht harmlos und sollte daher engmaschig kontrolliert werden.

Ursachen eines Bluthochdrucks

Ein erhöhter Blutdruck tritt infolge verschiedener Erkrankungen, jedoch viel häufiger durch einen gewissen Lebensstil oder das Zusammenwirken von Erbanlagen auf. Alter, Geschlecht, Ernährungs- sowie Lebensstilfaktoren beeinflussen den Blutdruck. Hierzu zählen Stress, Rauchen, Adipositas, regelmäßiger Alkoholkonsum, Diabetes Mellitus Typ 2, häufiger Koffeinkonsum, positive Familienanamnese und eine hohe psychische Belastung. Zu den Erkrankungen, die einen erhöhten Blutdruck auslösen können, zählen die obstruktive Schlafapnoe, renale Hypertonie (einen durch die Nieren ausgelösten Bluthochdruck), Aortenisthmusstenose (Verengung der Hauptschlagader im Bereich des Aortenbogens) und die endokrine Hypertonie (hormonell bedingter Bluthochdruck).

Symptome bei Bluthochdruck

Der erhöhte Blutdruck bleibt oft symptomlos, bis eine Hochdruckkrise (Werte über 180/120 mmHg) auftritt. Aufgrund der hierdurch ausgelösten Symptome wie Ohrensausen, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen, Nasenbluten oder Schlafstörungen kommt es oft erst hier zum Erstkontakt mit einem Arzt oder der Notaufnahme und einer endgültigen Diagnose.

Komplikationen eines unbehandelten Bluthochdrucks

Weltweit sind jährlich rund 9,4 Millionen Todesfälle auf die Folgen eines erhöhten Blutdrucks zurückzuführen. Daher ist der Bluthochdruck der wichtigste veränderbare Risikofaktor, um die Mortalität zu senken.

Bleibt der Hypertonus unbehandelt, können langfristig Folgeerkrankungen entstehen. In Folge eines erhöhten Druckgradienten kann es zu Gefäßwandveränderungen kommen und hierdurch sind unter anderem Gefäßaussackungen, Aortendissektionen, Schlaganfälle und Herzinfarkte begünstigt. Zudem kann es zu einer Herzschwäche durch Druckbelastung des linken Ventrikels und einer damit einhergehenden hypertensiven Kardiomyopathie kommen. Auch das Gehirn kann durch einen dauerhaft erhöhten Blutdruck in Form einer demenziellen Erkrankung degenerieren. Eine zunehmende Nierenverkalkung resultiert in einer chronischen Niereninsuffizienz mit der Folge einer Schrumpfniere und terminaler Niereninsuffizienz. Durch Gefäßwandveränderungen an den Augen kann es zu einer hypertensiven Retinopathie kommen. Hier kann es aufgrund von Blutungen zu Visusverschlechterung, Kopfschmerzen, Doppelsehen und im schlimmsten Fall zu Visusverlust kommen.

Behandlung der arteriellen Hypertonie

Optimalerweise sollte eine Behandlung frühzeitig begonnen werden. Bei Werten unter 140/90 mmHg ohne erschwerende Begleiterkrankungen sollte allen voran eine Lebensstilmodifikation angestrebt werden. Dies beinhaltet eine Reduktion des Alkohol- und Koffeinkonsums, Reduktion des Salzkonsums, eine mediterrane Diät, das Einstellen des Nikotinkonsums, Bewegung und eine Gewichtsreduktion. (Sport zum Abnehmen)

Bestehen jedoch erschwerende Komorbiditäten oder zu hohe Risikokonstellationen, sollte bereits früh eine antihypertensive Therapie in Erwägung gezogen werden. Diese besteht aus einer Zweifachkombination von ACE-Hemmern, AT-I-Antagonisten, Beta-Blockern, Calciumantagonisten oder Diuretika. Eine Lebensstilveränderung sollte jedoch stets angestrebt werden.
Text: R. M. (Ärztin) / Alle Angaben ohne Gewähr! / Stand: 03.11.2019

Bitte beachten Sie, dass dies nur allgemeine Infos sind. Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!

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