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Homöopathie - Dem Körper Hilfe zur Selbsthilfe geben

Man gebe einen Tropfen einer Urtinktur ins Mittelmeer, und was bekommt man daraus? Theoretisch gesehen eine Potenz der Größe D23. Was für Schulmediziner absurd klingt und
Verschiedene Globuli
Globuli - Ein homöopathisches Mittel
Foto: © egal
wissenschaftlich nicht nachweisbar ist, ist eine der beliebtesten alternativen Heilmethoden unserer Zeit. Die Homöopathie, als eine von vielen Formen der Naturheilverfahren, findet zunehmend mehr Anhänger.

Was ist Homöopathie?
Der Begriff "Homöopathie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "ähnliches Leiden". Der Name dieser Behandlungsmethode geht auf eine Wirkweise zurück, die besagt, dass das wirksame Mittel ähnliche Symptome beim Patienten hervorruft wie die Erkrankung selbst. Dadurch wird die eigentliche Krankheit überlagert und der Körper beginnt mit der Selbstheilung - also eine Hilfe zur Selbsthilfe für den Körper. Die Homöopathie hat immer zum Ziel, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und dadurch die Krankheit zu heilen, nicht durch den Wirkstoff an sich. Ein Homöopath kann zum Beispiel bei einem Insektenstich Bienengift verabreichen und damit schnellstmöglich Linderung verschaffen. Dieses Ähnlichkeitsprinzip, welches der Begründer der Homöopathie, Dr. med. habil. Samuel Hahnemann, 1796 erstmals veröffentlichte, besagt also: "Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden" (simile similibus curentur) - ein Grundprinzip der Homöopathie.

Dr. med. habil. Samuel Hahnemann war nicht nur Mediziner, er war ebenso Chemiker und Apotheker. Er entwickelte das homöopathische Verfahren. Hahnemann verwendete nur
natürliche Stoffe und wandte sie in extremer Verdünnung an, also in Potenzen. Typisch für diese Behandlung war eine Erstverschlimmerung der Krankheit. Um die Auswirkungen dabei so gering wie möglich zu halten, verdünnte er sie immer weiter um danach festzustellen, dass sie um so intensiver wirkten, je höher sie potenziert wurden. Das Prinzip der Potenzierung war geboren. Heute verdünnt man standardisiert in Zehnerpotenzen. Also in 1:10, dies entspricht einer D - Potenz, in 1:100 (C - Potenz) oder 1:50.000 (LM - Potenz). Homöopathische Medikamente werden in verschiedenen Formen verabreicht. Es gibt sie als Globuli, kleine Milchzuckerkügelchen, in Tablettenform, als Salben oder in einer Schütteltinktur. Das Prinzip der Herstellung ist bei allen gleich. Zunächst wird der ursprüngliche Wirkstoff in eine flüssige Urtinktur gebracht oder pulverisiert, in eine Abreibung. Danach braucht man einen Trägerstoff, meist sind dies Milchzuckerkügelchen oder eine Alkohol - Wasser - Mischung. Bei einer C1 Potenz wird ein Teil der Ursubstanz mit 99 Teilen des Trägerstoffes vermischt. Entscheidend bei diesem Prozess ist die Art des Mischens. Der Homöopath spricht von Schüttelschlägen, denn die Mischung wird mit 10 heftigen Stößen auf ein Lederkissen oder ähnliches versehen. Nimmt man wiederum einen Teil dieser Lösung und gibt sie auf 99 Teile des Trägerstoffes erhält man eine C2 Potenz und so weiter. Der Anteil des eigentlichen Wirkstoffes nimmt dabei drastisch ab, die Wirkungsweise jedoch intensiv zu. Das Ganze geht so weit, dass unter Umständen nicht mehr ein einziges Molekül der Ursubstanz im Medikament nachweisbar ist.

Homöopathie Wirkung umstritten
Darin liegt auch der größte Kritikpunkt der Homöopathie. Es ist wissenschaftlich nicht erklärbar, dass diese Medikamente wirken. Auch existieren keine Studien, die eine unumstrittene Wirkungsweise belegen. Andererseits argumentieren Homöopathen, dass ihre
Getrocknete Kräuter
In der alternativen Medizin wird viel mit
getrockneten Heilkräutern gearbeitet - Foto: © Pshenichka
Behandlungsmethode auch in der Veterinärmedizin eingesetzt wird, und bei Tieren ein Placebo - Effekt ausgeschlossen werden kann. Mittlerweile setzen auch viele Schulmediziner die Homöopathie als Alternative und Ergänzung ihrer Behandlungsmethoden ein. Natürlich stellt die Homöopathie keinen Ersatz für eine Intensivpflege im Krankenhaus dar, sie könnte die Behandlung jedoch unterstützen.
Was sind Placebos?

Der Vorteil liegt auf der Hand, richtig angewendet ist die Homöopathie quasi ohne Nebenwirkungen, abgesehen von der Erstverschlimmerung der Symptome. Darin liegt auch wieder die Schwierigkeit der Homöopathie. Denn viele Heilpraktiker dürfen sie betreiben, haben aber nicht oder nur unzureichend das medizinische Hintergrundwissen darüber. Die Ausbildung zum Homöopathen ist lang und umfangreich und muss durch ständige Weiterbildung und sehr viel Erfahrungswerte immer wieder verbessert werden. Die Mittel der Homöopathie sind nahezu endlos, bekannt sind natürlich Chamomilla (Kamille) oder Belladonna (Tollkirsche), aber auch Mittel wie Schwefel, Zwiebel oder Lebensbaum finden ihren Platz in der Homöopathie. Auch Schüßler Salze gehören dazu.

Die alternative Medizin
Damit ein Therapeut das passende Mittel findet, ist es ein langer Weg. Patienten, die noch keinen Kontakt zu dieser alternativen Medizin hatten, fühlen sich zunächst eher befremdlich bei den Fragen die der Therapeut stellt: Haben Sie eher kalte Füße oder warme? Sind sie unruhig
oder ausgeglichen? Verspüren Sie den Drang kalte oder warme Getränke zu sich zu nehmen? Der Therapeut wird auch nach der Gemütsverfassung, nach Druckempfindlichkeiten, dem Schlaf oder der speziellen Symptomatik fragen. Zum Beispiel ob bei einer Angina die linke oder rechte Seite zuerst schmerzte, und ob es ein stechender Schmerz ist, der nur beim Schlucken vorkommt und so weiter. Desto besser der Therapeut den Patienten als Menschen kennt, desto schneller wird er auch das passende Mittel für ihn finden.

Die Homöopathie ist umstritten. Es ist verständlich, denn der Mensch hat das Bedürfnis, alles wissenschaftlich belegen zu müssen. Die Tatsache, dass derjenige im Recht ist, der heilt, spielt dabei leider viel zu oft eine Nebenrolle. Mit Homöopathie wurden unterdessen so viele Krankheiten gelindert oder geheilt, bei der die Schulmedizin wiederum nicht weiter gekommen ist, wie zum Beispiel Neurodermitis. Und gerade für Säuglinge und Kinder ist die Homöopathie eine sanfte Methode, um die alltäglichen Wehwehchen der Kinder ohne schwerwiegende Nebenwirkungen zu heilen.
Text: C. D.

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